Ein Tauchboot ist ein Dorf aus Fremden, das genau einen Tag lang besteht. Für ein paar Stunden teilt sich ein Deck von der Größe eines Wohnzimmers zwischen Tauchern, Schwimmern, Crew, Flaschen, Mittagessen und sehr viel Vorfreude. Etikette an Bord ist keine Förmlichkeit — auf See sind gute Manieren und gute Sicherheit dasselbe in verschiedenen Hüten. So verhalten sich erfahrene Gäste auf einem Ganztagesausflug, und darum gibt es jede dieser Gewohnheiten.
Vor dem Ablegen
Jeder unserer Bootstauchausflüge beginnt mit der morgendlichen Abholung vom Hotel. Die erste Regel ist darum herrlich einfach: Seien Sie bereit, und reisen Sie leicht. Ein Boot hat keine Kleiderschränke.
- Tragen Sie die Badesachen unter der Kleidung — Umkleidekabinen auf See sind ein Mythos.
- Handtuch, Sonnencreme, Sonnenbrille und trockene Wechselkleidung für die Rückfahrt gehören ins Gepäck.
- Eine leichte warme Schicht lohnt sich selbst an heißen Tagen — Wind über Wasser ist kühler als Landluft.
- Zertifizierter Taucher? Brevet-Karte mitnehmen, fürs Abzeichnen des Logbuchs.
- Informieren Sie das Team über Medikamente oder gesundheitliche Themen vor dem Start des Tages — nicht erst beim Anlegen der Ausrüstung.
Das Briefing: die wichtigsten zehn Minuten des Tages
Jeder Ausflug beinhaltet ein ausführliches Sicherheitsbriefing, und die Etikette dabei ist absolut: nicht reden, zuhören, Fragen ans Ende. Das Briefing erklärt Handzeichen, Buddy-Verfahren, Tiefen, Ein- und Ausstieg — genau die Informationen, die Ihr Kopf später unter Wasser braucht, wo niemand etwas zweimal erklären kann. Erfahrene Taucher hören genauso aufmerksam zu wie Anfänger; Bedingungen und Boote unterscheiden sich, und der Taucher, der „schon alles weiß“, ist eine bekannte Figur in jeder Tauchgeschichte, die schiefgeht. Keine Frage ist zu banal. Fragen Sie.
Geliehene Ausrüstung wie die eigene behandeln
Die komplette Ausrüstung — Flasche, Atemregler, Neoprenanzug, Maske und Flossen — ist bei unseren Ausflügen inklusive und wird professionell gepflegt. Ihr Teil der Abmachung:
- Lassen Sie eine Flasche niemals unbeaufsichtigt aufrecht stehen. Eine fallende Flasche ist schwer, schnell und kennt keine Zehen. Hinlegen oder sichern.
- Halten Sie Ihren Platz ordentlich. Eine Kiste oder Ecke für Ihre Sachen; ein mit Flossen übersätes Deck ist eine Knöchelfalle.
- Melden Sie Probleme sofort. Eine undichte Maske, ein abblasender Atemregler, ein klemmender Reißverschluss — vor dem Tauchgang behebt die Crew das gern, währenddessen ungern.
- Fassen Sie fremde Ventile und Ausrüstung nicht an — auch nicht hilfsbereit — ohne zu fragen. Taucher sind zu Recht eigen mit ihrem Setup.
Gespür fürs Deck
Alte Seeleute sagen es in fünf Worten: eine Hand für das Schiff. Halten Sie beim Herumgehen eine Hand zum Festhalten frei, besonders mit Flasche auf dem Rücken. Ansonsten verlangt das Bordleben vor allem Aufmerksamkeit: Leiter und Ausstiegszonen freihalten, Menschen mit Ausrüstung Vortritt lassen, der Crew beim Manövrieren und Anlegen Raum geben und trockene Sitzbereiche trocken lassen, indem man erst am Heck abtropft. Beim Mittagessen — frisch an Bord serviert — warten Sie auf die anderen, und setzen Sie sich nie auf fremde Ausrüstungstaschen. Klingt selbstverständlich; auf einem schaukelnden Deck um die Mittagszeit muss man Selbstverständliches aussprechen.
Wenn der Magen mit dem Meer streitet
Seekrankheit ist Chemie, kein Charakterfehler. Auch Tauchlehrer erwischt es manchmal. Vorbeugen schlägt Heilen, jedes Mal:
- Leicht frühstücken — ein leerer Magen ist so schlecht wie ein voller.
- An Deck bleiben, mittschiffs, den Horizont ansehen; unter Deck und Bildschirme verschlimmern es.
- Frische Luft und ruhiges Atmen helfen mehr als Stolz.
- Wenn Sie anfällig sind, fragen Sie vor dem Ausflug in der Apotheke nach Mitteln gegen Reisekrankheit und nehmen Sie sie rechtzeitig vor dem Ablegen nach Anweisung.
- Erwischt es Sie doch: Crew informieren und zur Leeseite gehen — die Seite, zu der der Wind weht, nicht von der er kommt. Die Crew hat alles schon gesehen; niemand zuckt mit der Wimper.
Respekt vor dem Meer
Der letzte Gast an Bord ist das Mittelmeer selbst, und auch das hat Hausregeln. Nichts geht über Bord — keine Obstschale, keine Zigarette, nichts. Unter Wasser wird nichts berührt und nichts mitgenommen; Muscheln und „Souvenirs“ bleiben, wo sie leben. Folgen Sie bei Tierbegegnungen Ihrem Guide — und wenn Sie wissen möchten, wen Sie dort unten treffen könnten, lesen Sie vor dem Ausflug unseren Guide zu den Mittelmeer-Fischen. Einen Mönchsfisch mitten im Tauchgang zu erkennen ist der halbe Spaß.
Die Kurzfassung
- Bereit sein für die morgendliche Hotelabholung; leicht packen, Badesachen anziehen.
- Dem Briefing volle Aufmerksamkeit schenken; alles fragen.
- Flaschen sichern, die eigene Ecke ordentlich halten, Ausrüstungsprobleme sofort melden.
- Eine Hand für das Schiff; Leitern und Wege freihalten.
- Seekrankheit früh managen; der Crew Bescheid geben, wenn sie gewinnt.
- Nichts über Bord, nichts anfassen, nichts mitnehmen.
Das ist die ganze Kunst, ein großartiger Bootsgast zu sein — und sie macht Sie ganz nebenbei zu einem besseren Taucher. Bereit zum Üben? Stöbern Sie durch unsere Ganztages-Bootsausflüge, lesen Sie, wie wir Sicherheit beim Tauchen organisieren, oder kontaktieren Sie uns mit jeder Frage. Die Reservierung ist online kostenlos, bezahlt wird am Tag selbst.