Warum der Druckausgleich die erste echte Tauchfertigkeit ist
Fragen Sie erfahrene Taucher, was ein Anfänger zuerst beherrschen sollte, und die meisten antworten dasselbe: den Druckausgleich. Beim Abtauchen steigt der Wasserdruck schnell an, und der kleine Luftraum im Mittelohr muss laufend angepasst werden. Tun Sie nichts, spüren Sie erst Druck, dann Unbehagen, dann Schmerz. Gleichen Sie früh und sanft aus, spüren Sie fast nichts — und der Abstieg wird das, was er sein soll: ruhig, still und faszinierend.
Die gute Nachricht: Druckausgleich ist kein Talent, sondern eine einfache Technik, die fast jeder in wenigen Minuten lernt. Bei unseren geführten Tauchgängen für Anfänger übt Ihr Tauchlehrer sie mit Ihnen bereits im Sicherheitsbriefing, bevor Sie überhaupt ins Wasser gehen.
Was in Ihren Ohren tatsächlich passiert
Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum hinter dem Trommelfell, der über die schmale Eustachische Röhre mit dem Rachen verbunden ist. An Land öffnet sich diese Röhre von selbst, wenn Sie schlucken oder gähnen — das bekannte Knacken im Flugzeug. Unter Wasser ändert sich der Druck jedoch viel schneller: Schon in fünf Metern Tiefe liegt er fünfzig Prozent über dem Oberflächendruck. Beim Druckausgleich schicken Sie einfach etwas Luft durch die Röhren nach oben, damit der Druck auf beiden Seiten des Trommelfells im Gleichgewicht bleibt.
Die wichtigsten Techniken
Die Valsalva-Methode — der Klassiker
Halten Sie sich die Nase über die weiche Nasentasche der Maske zu, schließen Sie den Mund und pusten Sie sanft gegen die zugehaltene Nase — als wollten Sie ganz vorsichtig schnäuzen. Sie spüren ein leichtes Knacken oder ein Völlegefühl in beiden Ohren. Das entscheidende Wort ist sanft: Ein kurzer, weicher Luftstoß genügt. Kräftiges Pressen öffnet eine träge Röhre nicht, es belastet sie nur.
Schlucken und die Toynbee-Methode
Schlucken aktiviert genau die Muskeln, die die Eustachischen Röhren auf natürliche Weise öffnen. Bei der Toynbee-Methode kombinieren Sie beides: Nase zuhalten und gleichzeitig schlucken. Viele Taucher empfinden das als angenehmer, besonders wenn ein Ohr leicht und das andere nur zögerlich mitmacht.
Kieferbewegung und persönliche Kombinationen
Den Unterkiefer vorschieben, hin- und herbewegen oder den Kopf zur Seite neigen, um den Hals auf der störrischen Seite zu dehnen — all das hilft. Die meisten Taucher finden mit der Zeit ihr persönliches Rezept, und Ihr Tauchlehrer hilft Ihnen dabei.
Wann ausgleichen? Früh und oft
- Einmal an der Oberfläche: Ein sanfter Test vor dem Abtauchen zeigt, dass die Ohren mitspielen, und verschafft Ihnen einen Vorsprung.
- Etwa jeden Meter: Die relative Druckänderung ist in den ersten Metern am größten — genau dort findet unser Vormittagstauchgang statt: fünf bis acht Meter, fünfzehn bis fünfundzwanzig Minuten, ideal zum ruhigen Üben.
- Bevor Sie Druck spüren: Gleichen Sie nach Plan aus, nicht als Reaktion. Wer auf das Unbehagen wartet, hat es schwerer.
- Mit den Füßen voran: Ein langsamer, aufrechter Abstieg macht den Druckausgleich spürbar leichter als ein kopfüber gerichteter.
Die goldene Regel: Schmerz heißt Stopp
Diese Regel hört jeder Gast in unserem Briefing: Bei Schmerzen sofort den Abstieg stoppen, dem Tauchlehrer ein Zeichen geben und etwas aufsteigen — schon ein halber Meter nimmt den meisten Druck. Danach sanft erneut ausgleichen und erst weiter abtauchen, wenn beide Ohren frei sind. Niemals mit Gewalt, niemals durch den Schmerz hindurch.
Dasselbe gilt vor der Abfahrt: Wer erkältet oder verschnupft aufwacht, sagt uns bitte Bescheid — blockierte Röhren lassen sich nicht ausgleichen. Tauchen ist außerdem in der Schwangerschaft sowie bei schwerem Asthma und ernsten Herz- oder Atemwegserkrankungen ausgeschlossen, und innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach dem Tauchen sollten Sie nicht fliegen. Alle Details finden Sie auf unserer Sicherheitsseite.
So helfen unsere Tauchlehrer
Jeder unserer Tagesausflüge mit dem Boot beginnt mit einem vollständigen Sicherheitsbriefing, in dem der Druckausgleich gezeigt und geübt wird. Unter Wasser tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Tauchlehrer in Ihrem Tempo ab, mit vorher vereinbarten Handzeichen für meine Ohren brauchen einen Moment. Bei unserem Unterwassermuseum-Ausflug in Side bleiben die Gruppen bei drei bis vier Tauchern pro Tauchlehrer — niemand wird gedrängt. Der sanfte Vormittagstauchgang bringt den Druckausgleich ins Muskelgedächtnis, bevor es am Nachmittag auf zwölf bis dreizehn Meter geht.
Üben Sie dort, wo es schön ist
Über den Druckausgleich zu lesen ist nützlich — ihn über einem versunkenen Skulpturenpark zu üben ist besser. Alle Ausflüge beinhalten Ausrüstung, Hoteltransfer, Mittagessen an Bord und Versicherung. Sie reservieren kostenlos online, zahlen erst am Tag selbst und können bis vierundzwanzig Stunden vorher gratis stornieren. Entdecken Sie alle Tauchausflüge und gönnen Sie Ihren Ohren ihr erstes echtes Training.