Kurz gesagt: Taucher trocknen schneller aus als fast alle anderen am Sommerstrand. Die Luft aus der Flasche ist knochentrocken, das Eintauchen selbst regt die Urinproduktion an, und ein Neoprenanzug auf einem heißen Deck am Mittelmeer macht Sie zwischen den Tauchgängen zur mobilen Sauna. Trinken Sie schon ab dem Vorabend regelmäßig Wasser, trinken Sie zwischen den beiden Tauchgängen weiter und lassen Sie den Alkohol am Abend davor weg — damit beseitigen Sie die häufigste Ursache für Krämpfe, Kopfschmerzen und Erschöpfung am Abend.
Warum Tauchen so gründlich austrocknet
Die Atemluft enthält keine Feuchtigkeit
Pressluft wird gefiltert und getrocknet, bevor sie in die Flasche kommt — Feuchtigkeit in der Flasche wäre ein Problem. Jeder Atemzug unter Wasser kommt daher völlig trocken bei Ihnen an, und Ihr Körper muss ihn beim Einatmen befeuchten. Über zwei Tauchgänge verlieren Sie so erstaunlich viel Flüssigkeit, ohne es zu bemerken.
Im Wasser produzieren Sie mehr Urin
Beim Eintauchen drückt der Wasserdruck Blut aus den Gliedmaßen Richtung Brustkorb. Ihr Körper liest das als "zu viel Flüssigkeit", und die Nieren reagieren mit mehr Urin. Deshalb muss fast jeder Taucher nach dem Tauchgang zur Toilette; der Effekt hat sogar einen eigenen Namen: Immersionsdiurese. Er tritt auf, ob das Meer im Winter 17 °C hat oder im Spätsommer 28–29 °C.
Deck, Sonne und Neoprenanzug
Zwischen den Tauchgängen sitzen Sie auf einem offenen Boot vor der Küste von Antalya, oft im halb ausgezogenen Anzug. Der Fahrtwind verdunstet den Schweiß, bevor Sie ihn spüren, Salz trocknet auf der Haut, und nichts signalisiert Ihnen den Flüssigkeitsverlust. Eine Tagestour dauert sechs bis acht Stunden — eine lange Oberflächenpause in der Wärme.
Die Getränke vom Vorabend
Alkohol wirkt harntreibend, und diese Wirkung begleitet Sie am nächsten Morgen noch, längst nachdem Sie sich wieder gut fühlen. Ein schwerer Abend vor dem Tauchtag ist der am leichtesten vermeidbare Fehler, den wir sehen. Starker Kaffee auf nüchternen Magen verstärkt dasselbe ein wenig.
Warum das für Taucher wichtiger ist als für Sonnenbadende
Dehydrierung ist mehr als Durst. Sie verdickt das Blut leicht und verschlechtert die Durchblutung; in der Tauchmedizin gilt schlechte Hydrierung als einer der Risikofaktoren für die Dekompressionskrankheit. Außerdem trocknen die Schleimhäute aus, wodurch der Druckausgleich schwerer fällt — siehe unseren Beitrag zum Druckausgleich der Ohren. Kommen noch Wadenkrämpfe in den Flossen und die Müdigkeit mitten im zweiten Tauchgang dazu, ist das Argument für die Wasserflasche schnell gemacht.
Was und wann trinken?
- Am Vorabend: Wasser zum Abendessen, kein Alkohol. Diese eine Änderung bringt mehr als alles andere auf dieser Liste zusammen.
- Beim Frühstück: ein bis zwei Gläser Wasser zusätzlich zum Kaffee oder Tee, nicht stattdessen.
- Vor der Abholung: noch ein Glas. Der Hoteltransfer am Morgen ist bei jeder Tour inklusive, die genaue Zeit bestätigen wir am Vorabend — Sie wissen also, wie viel Zeit bleibt.
- An Bord: in der Oberflächenpause immer wieder kleine Schlucke statt eines Liters auf einmal. Das frische Mittagessen an Bord ersetzt zusätzlich Salze.
- Bei starkem Schwitzen: ein Getränk mit Elektrolyten oder etwas Salz im Essen hilft mehr als reines Wasser allein.
- Weglassen: Alkohol vor dem Tauchen, süße Energydrinks und endloser Kaffee an Bord.
Worauf Sie achten sollten
Dunkler Urin, Kopfschmerzen am Nachmittag, Waden- oder Fußkrämpfe beim Flossenschlag, ungewöhnliche Müdigkeit nach dem zweiten Tauchgang und ein trockener Mund, den ein Schluck nicht behebt. Bekommen Sie unter Wasser einen Krampf, geben Sie Ihrem Tauchlehrer ein Zeichen, strecken Sie das Bein und ziehen Sie die Flossenspitze zu sich heran — bei 3–4 Gästen pro Tauchlehrer ist immer jemand direkt neben Ihnen. Lösen Sie das nie allein in der Tiefe.
Hitze an Deck: kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Ziehen Sie den Neoprenanzug zwischen den Tauchgängen bis zur Hüfte herunter, statt komplett geschlossen zu sitzen. Suchen Sie in der Pause Schatten. Tragen Sie eine Kopfbedeckung und trinken Sie, bevor Sie Durst verspüren — Durst ist ein spätes Signal. Denken Sie daran, dass Sie nach dem Tauchen 24 Stunden nicht fliegen sollten; planen Sie den Rest des Tages entsprechend ruhig. Mehr dazu unter Warum man nach dem Tauchen nicht fliegen darf.
Wenn Sie Medikamente nehmen oder eine Vorerkrankung haben, geben Sie das im üblichen Tauchtauglichkeits-Fragebogen an, den wir vor dem Tauchgang ausfüllen; manche Medikamente beeinflussen Flüssigkeitshaushalt oder Hitzeverträglichkeit. Wir sind keine Ärzte und stellen keine Diagnosen — alles Auffällige braucht eine ärztliche Freigabe, wie unter Tauchen mit Vorerkrankungen beschrieben.
Gut vorbereitet, entspannt getaucht
Unsere Tagestouren kosten 43 bis 50 Euro und enthalten zwei geführte Tauchgänge, die komplette Ausrüstung, kostenlosen Hoteltransfer in beide Richtungen, frisches Mittagessen an Bord und Versicherung. Packen Sie sinnvoll mit unserer Packliste fürs Tauchen, sehen Sie sich die Tauchtouren an oder schreiben Sie uns. Kostenlos online reservieren, am Tag selbst bezahlen, bis 24 Stunden vorher gratis stornieren.