Kann man mit Ohrenproblemen tauchen?
Das hängt ganz vom Problem ab. Ein verstopftes Ohr durch eine akute Erkältung, verstopfte Nebenhöhlen oder eine Mittelohrentzündung bedeutet: verschieben - ohne Ausnahme und ohne Diskussion. Eine Ohrenvorgeschichte, Paukenröhrchen, frühere Operationen oder wiederkehrende Entzündungen sind eine Frage an Ihren Arzt, dessen schriftliche Freigabe wir dann benötigen. Und wenn Ihnen der Druckausgleich beim ersten Mal einfach ungewohnt vorkommt, ist das überhaupt kein Problem: So geht es fast allen, und es wird binnen Minuten besser.
Ohren sind weltweit der häufigste Grund, warum ein Tauchgang abgebrochen oder verschoben wird. Gleichzeitig sind sie das, was sich am leichtesten richtig machen lässt, denn die Technik ist einfach und die Regel noch einfacher: Wenn es wehtut, hören Sie auf. Nichts unter Wasser ist ein verletztes Ohr wert.
Warum die Ohren unter Wasser Druck spüren
Ihr Trommelfell hat auf beiden Seiten Luft: außen den Gehörgang, innen das Mittelohr, das über eine enge Röhre mit dem Rachen verbunden ist. Beim Abtauchen drückt das Wasser von außen auf das Trommelfell. Wenn Sie nicht aktiv Luft ins Mittelohr nachschieben, spannt sich das Trommelfell und beginnt zu schmerzen.
Druckausgleich heißt: diese Röhre öffnen und etwas Luft durchlassen. Am bekanntesten ist die Methode, die Nase zuzuhalten und sanft dagegen zu blasen, bis es leise knackt. Andere schlucken, gähnen oder bewegen den Kiefer - all das funktioniert. Wichtiger als die Methode sind die Regeln:
- Früh beginnen. Schon an der Oberfläche ausgleichen, dann etwa jeden Meter. In den ersten Metern ändert sich der Druck am schnellsten.
- Sanft bleiben. Häufige, weiche Versuche sind besser als ein kräftiges Pressen. Forcieren verletzt genau das, was Sie schützen wollen.
- Langsam und mit den Füßen voran abtauchen. Kopfüber wird der Ausgleich schwerer.
- Klappt es nicht, einen Meter auftauchen und erneut versuchen. Der Druck lässt sofort nach, meist löst das Problem sich damit.
- Tut es weiter weh, ist der Tauchgang beendet. Geben Sie dem Tauchlehrer ein Zeichen. Niemand drängt Sie weiterzumachen.
Das besprechen wir im Sicherheitsbriefing, bevor jemand ins Wasser geht. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Druckausgleich lesen Sie am besten am Abend vor der Tour.
Wann Sie verschieben sollten
Nicht tauchen bei: akuter Erkältung oder Grippe, verstopften Nebenhöhlen, einer Nase, die Sie nicht frei bekommen, Mittelohrentzündung, Ohrenschmerzen, Ausfluss oder einem Trommelfellriss, dessen Heilung nicht bestätigt ist. Mit verstopften Nebenhöhlen zu tauchen führt oft zum umgekehrten Block beim Auftauchen - eingeschlossene Luft, die nicht entweichen kann - und das schmerzt mehr als jeder Abstieg.
Abschwellende Nasensprays sind eine verlockende Abkürzung und eine wirklich schlechte Idee: Ihre Wirkung kann in der Tiefe nachlassen und Ihnen beim Auftauchen genau dieses Luftproblem bescheren. Wer verschnupft ist, verschiebt den Tauchgang. Reservierungen sind kostenlos und bis 24 Stunden vorher kostenfrei stornierbar - Verschieben kostet Sie also nichts.
Vorgeschichte, Operationen und die ärztliche Freigabe
Paukenröhrchen, frühere Ohroperationen, ein Trommelfellriss, chronische Entzündungen, wiederkehrender Schwindel oder Innenohrerkrankungen gehören in den üblichen Tauchtauglichkeits-Fragebogen, den jeder Taucher vor dem Briefing ausfüllt. Wird etwas markiert, benötigen wir vorab die schriftliche Freigabe eines Arztes.
Ganz klar gesagt: Wir stellen keine Diagnosen und geben keine medizinischen Garantien. Ihr HNO-Arzt kennt Ihre Ohren, wir kennen das Boot. Lassen Sie das zu Hause vor dem Urlaub klären - am Morgen der Tour funktioniert das selten. Unser Überblick Tauchen mit Vorerkrankungen erklärt, was üblicherweise markiert wird, und Sie können uns Details jederzeit vorab schreiben.
Tiefe, Tempo - und warum Anfänger es leichter haben
Anfänger sind hier im Vorteil. Beim geführten Schnuppertauchen bleiben Sie vormittags auf 5-8 Metern und gehen beim zweiten Tauchgang auf maximal etwa 13 Meter, mit dem Tauchlehrer in Armlänge und nur drei bis vier Tauchern pro Gruppe. Das bedeutet langsame, kontrollierte Abstiege mit so vielen Pausen, wie Sie brauchen - und einer Leine zum Festhalten, wenn Sie möchten.
Brevetierte Taucher, die auf Standardtauchgängen rund 30 Meter erreichen oder bei entsprechender Qualifikation bis 60 Meter an den tiefen Spots, erleben deutlich größere Druckänderungen und brauchen einen zuverlässigen Ausgleich. Wenn Sie auf unseren Touren für brevetierte Taucher tiefer gehen, seien Sie ehrlich zu sich, wie Ihre Ohren zuletzt reagiert haben.
Ein praktischer Plan für Ihren Tauchtag
Gut schlafen, viel trinken, und bei verstopfter Nase am Morgen den Tauchgang ausfallen lassen. Sagen Sie im Briefing, wenn Ihre Ohren erfahrungsgemäß langsam öffnen - dieser eine Satz verändert die Art, wie Ihr Abstieg geführt wird. Warmes Wasser hilft: Das Meer hier hat im Winter rund 17°C und im Spätsommer 28-29°C, und ein entspannter Taucher in warmem Wasser gleicht leichter aus als ein verkrampfter im kalten.
Und eine Regel gilt für alle, Ohren hin oder her: innerhalb von 24 Stunden nach dem Tauchen kein Flug. Planen Sie den Tauchtag mindestens einen vollen Tag vor dem Rückflug.
Kostenlos buchen, später entscheiden
Kostenlos online reservieren, am Tag der Tour bar oder mit Karte zahlen, bis 24 Stunden vorher kostenfrei stornieren - genau das macht ein Verschieben unkompliziert, falls Sie verschnupft aufwachen. Vergleichen Sie unsere fünf Bootstouren, sehen Sie sich den Tauchtag in Kemer mit klarem Wasser und PADI-zertifizierten Tauchlehrern an und erzählen Sie uns von Ihren Ohren. Uns ist es viel lieber, das vorher einzuplanen, als es auf fünf Metern zu entdecken.