Kurz gesagt: Vor Ihrem ersten Tauchgang lernen Sie rund acht Handzeichen und üben sie an Deck, bis sie sitzen. Der Kern besteht aus OK, auf, ab, Stopp, Problem, wenig Luft, keine Luft und "schau mal". Sie werden trocken geübt, im flachen Wasser wiederholt und während des Tauchgangs ständig benutzt — Ihr Tauchlehrer fragt alle paar Minuten "OK?" und erwartet eine Antwort.
Warum Taucher mit den Händen sprechen
Zwei Dinge machen Sprache unter Wasser nutzlos. Das erste ist offensichtlich: Der Lungenautomat bleibt im Mund. Das zweite ist die Physik — Schall breitet sich unter Wasser rund viermal schneller aus als in Luft, und Ihre Ohren können die Richtung nicht mehr bestimmen. Selbst ein Ruf sagt Ihnen also nicht, woher er kommt. Handzeichen lösen beide Probleme: lautlos, sofort, auf Lesedistanz eindeutig — und sie funktionieren gleichermaßen zwischen einem türkischen Tauchlehrer und deutschen, polnischen oder russischen Gästen. Auf einem Boot, auf dem vor dem Mittagessen fünf Sprachen gesprochen werden, ist das kein Detail.
Handzeichen sind auch der Grund, warum ein Tauchgang ruhig bleibt. Fast jedes Problem unter Wasser ist in der ersten Sekunde klein und nach einer Minute groß. Ein Zeichen gibt es sofort weiter — und bei maximal 3–4 Gästen pro Tauchlehrer schaut immer jemand zu Ihnen.
Die Zeichen, die Sie wirklich brauchen
OK — Daumen und Zeigefinger zum Kreis
Das meistgenutzte Zeichen und das, bei dem Anfänger am häufigsten danebenliegen. Es ist Frage und Antwort zugleich: Zeigt Ihr Tauchlehrer es, müssen Sie mit demselben Kreis antworten. Der hochgestreckte Daumen bedeutet beim Tauchen nicht "OK", sondern "auftauchen". Nicken zählt ebenfalls nicht — die Maske verdeckt zu viel.
Auf — Daumen nach oben
"Tauchgang beenden und aufsteigen." Jeder darf dieses Zeichen jederzeit und ohne Begründung geben, und die Antwort ist immer Ja. Wer hoch will, geht hoch — ohne Diskussion und ohne schiefe Blicke.
Ab — Daumen nach unten
"Wir tauchen ab." Beim Schnuppertauchen bestimmt Ihr Tauchlehrer das Tempo, hält Sie fest und bringt Sie langsam nach unten, während Sie Schritt für Schritt Ihren Druckausgleich machen.
Stopp — flache Handfläche zu Ihnen
Alle halten an und bleiben auf Position. Vor dem Abtauchen, an der Leine oder wenn sich die Gruppe sammeln soll.
Problem / nicht OK — flache Hand hin und her wippen
Danach zeigen Sie auf die Ursache: Ohr, Maske, kalt, Arm. Das ist kein Notsignal, sondern ein "hier stimmt etwas nicht" — und genau dieses Zeichen sollen Anfänger großzügig verwenden.
Wenig Luft — Faust an die Brust
Früh geben. Ihr Tauchlehrer kontrolliert Ihr Finimeter ohnehin, aber Ihr Zeichen ist schneller. Was dann passiert, steht in unserem Beitrag über knapp werdende Luft.
Keine Luft — flache Hand vor der Kehle
Das Zeichen, das Ihnen sofort den zweiten Lungenautomaten des Tauchlehrers bringt, gefolgt von einem gemeinsamen langsamen Aufstieg. Jeder Gast lernt es; gebraucht wird es praktisch nie.
Schau mal — zwei Finger zu den Augen, dann auf das Objekt
Das schönste Zeichen. So zeigt Ihnen Ihr Tauchlehrer einen Oktopus in einer Felsspalte, einen Schwarm über dem Riff oder ein Gesicht an einer der Skulpturen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Unterwasserwelt — was Sie sehen, hängt von den Bedingungen ab.
Zwei nützliche Ergänzungen
- Druckausgleich: Finger an die Nase. Bedeutet "kurz warten, ich muss die Ohren freibekommen" — eines der häufigsten Zeichen jedes ersten Tauchgangs.
- Langsam / ruhig: Handfläche nach unten, sanft auf und ab. Meist zusammen mit der Erinnerung, langsam zu atmen — das löst rund die Hälfte aller Anfängerprobleme von allein.
- Aufmerksamkeit: ein Klopfen an die eigene Flasche oder Winken im Blickfeld. Niemand wird angefasst.
Wie das Briefing sie vermittelt
Gelernt wird das nicht aus einem Buch. An Bord, bevor jemand in den Neoprenanzug steigt, zeigt Ihr Tauchlehrer jedes Zeichen, lässt es Sie nachmachen und prüft, ob Sie auf die OK-Frage wirklich antworten statt zu nicken. Im Wasser gehört die erste Minute der Wiederholung, in einer Tiefe, in der Sie bequem stehen können. Danach läuft die Schleife den ganzen Tauchgang: fragen, antworten, weiter. Genau deshalb bleibt das Anfängerprogramm beim Vormittagstauchgang bei 5–8 Metern und beim zweiten bei höchstens rund 13 Metern.
Brevetierte Taucher nutzen denselben Kern plus Zahlenzeichen für den Flaschendruck und ein paar tauchplatzspezifische Gesten, die vor Tauchgängen für Brevetierte im Briefing vereinbart werden.
Lernen Sie sie dort, wo sie benutzt werden
Zehn Minuten an Deck und ein Tauchgang — danach fühlt sich nichts davon mehr nach Unterricht an. Unsere Tagestouren kosten 43 bis 50 Euro und enthalten zwei geführte Tauchgänge, komplette Ausrüstung, kostenlosen Hoteltransfer, Mittagessen an Bord und Versicherung — vom Unterwassermuseum in Side bis Kemer. Ganz neu dabei? Beginnen Sie mit dem Leitfaden für den ersten Tauchgang, sehen Sie sich die Tauchtouren an oder fragen Sie uns. Kostenlos reservieren, am Tag selbst bezahlen.