Was macht ein Tarierjacket?
Das Jacket — im Fachjargon BCD, buoyancy control device — ist die aufblasbare Weste, die Sie ueber dem Neoprenanzug tragen. Sie erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig: Sie trägt die Flasche auf Ihrem Rücken, sie hält Sie an der Oberfläche bequem über Wasser, und sie lässt Sie durch winzige Luftmengen mitten im Wasser regungslos stehen, statt abzusinken oder nach oben zu treiben. Es ist das eine Ausrüstungsteil, das aus Schwimmen ein Schweben macht.
Bei jeder Tour von Side Diving ist das Jacket im Preis enthalten, wird an Bord vor dem ersten Tauchgang auf Sie eingestellt und während der Lernphase von Ihrem Instructor bedient. Ein Anfänger muss die Tarierung nicht am ersten Tag beherrschen — genau dafuer ist der Instructor da.
Die drei Aufgaben im Detail
1. Sie trägt die Flasche
Die Flasche sitzt in einem Gurtband am Rücken, sodass sich rund fünfzehn Kilo auf Schultern und Hüfte verteilen. An Deck fühlt sich das schwer an. In dem Moment, in dem Sie ins Wasser steigen, verschwindet das Gewicht praktisch vollständig — die erste angenehme Überraschung jedes Schnuppertauchgangs.
2. Sie hält Sie an der Oberfläche
Vor dem Abtauchen und wieder beim Auftauchen füllt Ihr Instructor Luft in das Jacket, und Sie liegen aufrecht und entspannt im Wasser, Kopf weit über der Oberfläche, Hände frei. Deshalb können auch Nichtschwimmer einen geführten Tauchgang machen — Wassertreten wird nie von Ihnen verlangt. Mehr dazu unter /blog/can-non-swimmers-try-scuba-diving.
3. Sie gibt Ihnen neutrale Tarierung in der Tiefe
Das ist der eigentliche Trick. Der Neoprenanzug wird mit zunehmender Tiefe zusammengedrückt, Sie verlieren also beim Abtauchen Auftrieb und gewinnen ihn beim Aufsteigen zurück. Das Jacket gleicht das aus. Ein kurzer Druck auf den Inflator gibt einen Atemzug Luft dazu, ein Anheben des Schulterventils lässt wieder etwas ab. Wenn es stimmt, schweben Sie schwerelos genau dort, wo Sie sein wollen — einen Meter über einer Skulptur im Unterwassermuseum von Side, ohne sie zu berühren.
Die Teile, die Sie wirklich anfassen
- Der Faltenschlauch mit Inflator an der linken Schulter, mit zwei Knöpfen: einer gibt Luft zu, einer lässt ab.
- Die Ablassventile, meist an der rechten Schulter und unten am Rücken, über eine Zugleine bedient.
- Bauch-, Schulter- und Brustgurt, so eingestellt, dass die Weste eng sitzt, aber niemals den Brustkorb einengt. Ein tiefer, voller Atemzug muss jederzeit möglich sein.
Schläuche, Finimeter und Wechselatemregler gehören zum Atemregler, den wir gesondert unter /blog/what-does-a-regulator-do erklaeren.
Wie der Instructor es für Anfänger einstellt
Beim geführten Tauchgang baut der Instructor die Ausrüstung zusammen, prüft Ihre Gurte und übernimmt zu Beginn Ihre Tarierung. Sie bekommen wenig Blei an den Gurt, das Jacket wird für Sie entlüftet, und der Instructor bleibt während des gesamten Tauchgangs in Armlänge — möglich durch unser Verhältnis von drei bis vier Tauchern pro Instructor.
Der Vormittagstauchgang bleibt für Anfänger bei fünf bis acht Metern, der zweite Tauchgang geht auf maximal etwa dreizehn Meter. In diesem Bereich sind Auftriebsänderungen sanft. Brevetierte Taucher steuern deutlich mehr selbst: übliche Tauchgänge führen auf rund dreißig Meter, an den tiefen Spots bis sechzig Meter für entsprechend qualifizierte Taucher — das Wrack Paris II liegt auf einundzwanzig bis einunddreissig Metern, das Flugzeug DO-28 auf etwa neunzehneinhalb bis dreiundzwanzig Metern. Das sind Tauchgänge für Brevetierte, niemals für Schnuppertaucher.
Warum Anfänger das Ablassventil zuerst nicht nutzen
Luft ablassen ist die schnellste Art, die Tiefe zu ändern. Wer nervös ist, zieht an der Leine und zieht weiter — und sinkt schneller, als die Ohren folgen können. Die Regel beim Schnuppertauchgang lautet deshalb: Hände ruhig vorn am Jacket, atmen, die Luft macht der Instructor. Sobald sich die Atmung beruhigt hat, zeigt man Ihnen den Inflator, und die meisten korrigieren spätestens in der zweiten Hälfte des zweiten Tauchgangs selbst.
Dazu kommt: Ihre Lunge ist bereits ein Tarierorgan. Ein langer Einatemzug hebt Sie leicht, ein vollständiges Ausatmen senkt Sie. Wer zuerst dem Atem vertraut, tariert am Ende besser als jemand, der jede Bewegung mit dem Ventil jagt. Wenn Ihnen die Ohren Sorgen machen, lesen Sie vorher /blog/how-to-equalize-ears-diving.
Sie müssen keines besitzen
Jede unserer Touren enthält die komplette Ausrüstung: Jacket, Flasche, Atemregler, Neoprenanzug, Maske, Flossen und Blei, dazu kostenloser Hoteltransfer in beide Richtungen, frisches Mittagessen an Bord, Passagier- und Tauchversicherung sowie ein vollständiges Sicherheitsbriefing. Jackets führen wir in vielen Größen, angepasst wird an Bord vor dem Briefing, damit noch getauscht werden kann. Brevetierte Taucher dürfen ihr eigenes Jacket gern mitbringen — was sich auf der Reise lohnt, steht unter /blog/can-i-rent-diving-equipment-side.
Die vollstaendige Ausruestungsliste finden Sie unter /diving/equipment, den Ablauf eines ersten Tauchgangs unter /diving/discover-scuba-diving.
Probieren Sie es an den Skulpturen
Am besten spüren Sie die Wirkung des Jackets im Unterwassermuseum von Side, wo rund einhundertzehn Skulpturen auf etwa zwölf Metern stehen und das Schweben daneben der ganze Sinn der Sache ist. Diese Tour kostet 45 Euro fuer sieben Stunden inklusive allem Genannten. Kumköy 43 Euro, Kemer 43 Euro, Alanya 43 Euro, Antalya 50 Euro. Kostenlos online reservieren, am Tag selbst bar oder mit Karte bezahlen, kostenfreie Stornierung bis vierundzwanzig Stunden vorher. Die Abholung erfolgt morgens, die genaue Zeit bestätigen wir am Vorabend. Buchen unter /tours/side-underwater-museum-diving oder fragen Sie uns vorher unter /contact.