Side Diving ° ATALAY HOBA · DIVE HOUSE

Mediterrane Unterwasserwelt

Unterwasserwelt der Küste von Antalya: Was Taucher wirklich sehen

Beginnen wir mit dem Versprechen, das andere Seiten nicht machen: Das östliche Mittelmeer ist kein tropisches Aquarium, und wir tun nicht so. Es gibt hier keine Clownfische und keine Korallengärten in Postkartenfarben. Stattdessen gibt es ein warmes, erstaunlich klares Meer mit einem ganz eigenen Ensemble – silberne Brassenwolken, Oktopusse, die mit dem Fels verschmelzen, Muränen, die aus Spalten spähen, und gelegentlich eine Schildkröte, die aus einem guten Tauchgang eine Geschichte für Jahre macht.

Dieser Guide beschreibt, was Sie auf unseren Tauchgängen zwischen Side und Alanya realistisch erwarten können – nicht mehr und nicht weniger. Alles Folgende ist die ganz gewöhnliche Wahrheit dieser Küste. Aus einem Meter Entfernung, durch eine gut sitzende Maske betrachtet, ist sie außergewöhnlich genug.

Ein ehrliches Porträt des östlichen Mittelmeers

Das Meer vor Antalya gehört zu den wärmsten und salzigsten Ecken des Mittelmeers – und, ein echtes Geschenk für Taucher, zu den klarsten. Weil wenig Plankton das Wasser trübt, sind die Sichtweiten hier oft hervorragend. Genau deshalb fühlt sich schon ein erster Tauchgang auf 5–8 Metern weit und blau an statt trüb und eng. Das Sonnenlicht reicht tief, die Farben bleiben echt, und wer über einem Riff schwebt, überblickt meist mehr Landschaft als in manch berühmterem Meer.

Das Unterwasserrelief ist die zweite Überraschung. Wo die sandigen Urlaubsstrände enden, bricht die Küste in Felsriffe, Blockhänge, kleine Höhlen und Untiefen auf – harte Strukturen, von denen das mediterrane Leben abhängt. Fast alles, was Ihnen beim Tauchen begegnet, lebt im, am oder um den Fels: Fische patrouillieren an den Riffkanten, Oktopusse beziehen Höhlen, Muränen fädeln sich in Spalten. Darum steuern unsere fünf Bootsausflüge Riffe, Höhlen und Felsformationen an statt offenen Sand – von den Riffen bei Kemer bis zu den Höhlen und Felsriffen in den Gewässern vor dem Kleopatra-Strand von Alanya.

Noch eine ehrliche Bemerkung zum Rhythmus: Das Mittelmeer belohnt die Geduldigen. Seine Bewohner sind Meister der Tarnung, nicht des Spektakels. Wer hetzt, sieht Stein; wer langsam wird – geführt von einem Tauchlehrer, der jedes Riff persönlich kennt –, sieht den Stein sich bewegen. Mit nur 3–4 Tauchern pro Instructor auf jedem Ausflug haben unsere Guides Zeit zu zeigen. Und dieser zeigende Finger ist mehr wert als jede Aquarienscheibe.

Die Stammgäste: Brassen, Mönchsfische und Lippfische

Drei Fischfamilien begleiten Sie an dieser Küste auf praktisch jedem Tauchgang – und sie unterscheiden zu lernen ist der halbe Spaß des ersten Logbucheintrags.

Brassen sind das silberne Herz des Mittelmeerriffs. Sie ziehen in lockeren, flirrenden Schwärmen an den Felskanten entlang und fangen das Sonnenlicht wie eine Handvoll geworfener Münzen. Mehrere Brassenarten teilen sich diese Riffe, von kleinen Schwarmfischen bis zu größeren, wachsameren Einzelgängern am Rand der Sichtweite. Ein Schwarm, der sich um einen Taucher teilt, ist oft der Moment, in dem Neulinge begreifen: Sie sind wirklich im Meer, nicht davor.

Mönchsfische sind die kleinen dunklen Fische, die überall über den Felsen im Freiwasser stehen wie verstreute Kommata. Auf den ersten Blick unscheinbar, sind sie erbittert reviertreu – beobachten Sie einen dreißig Sekunden, und Sie sehen ihn Fische von doppelter Größe verjagen. Ihre dichten Schwärme über jedem Riffkopf sind die ständige Kulisse des Mittelmeertauchens.

Lippfische liefern die Farbe, die diesem Meer zu Unrecht abgesprochen wird. Die geschäftigen, zigarrenförmigen Fische patrouillieren in Grün, Orange und Blau an den Felsen, die Männchen oft leuchtender als die Weibchen. Sie sind von Natur aus neugierig und inspizieren ruhige Taucher gern aus nächster Nähe.

Auf unserem Flaggschiff, dem Tauchgang im Side-Unterwassermuseum, rückt dieses Ensemble näher heran als irgendwo sonst: Zwischen den versunkenen Skulpturen können Sie exotische Fische aus der Hand füttern – und die Lebenswolke um Ihre Finger ist für viele Gäste das eine Bild, das sie aus der Türkei mit nach Hause nehmen.

Die Charakterköpfe: Oktopus, Muräne, Zackenbarsch – und seltene Gäste

Jenseits der Alltagsfische hält diese Küste eine Reihe von Persönlichkeiten bereit, die aus einem angenehmen Tauchgang einen unvergesslichen machen.

Der Oktopus ist der Wunschkandidat der meisten Gäste, und mit einem scharfäugigen Guide stehen die Chancen gut. Oktopusse beziehen Löcher und Spalten, oft verraten durch einen ordentlichen Haufen leerer Muschelschalen vor der Tür. Im Freien gießt sich einer förmlich über den Fels und wechselt dabei Farbe und Textur – eines der raffiniertesten Tarnsysteme der Natur, live auf Armlänge. Wir schauen, wir staunen, wir berühren nie.

Muränen sehen furchterregend aus und sind es nicht. Das offene Maul, das aus der Spalte „droht“, ist schlicht die Art, wie eine Muräne atmet: Sie pumpt Wasser über ihre Kiemen. In Ruhe gelassen – und wir lassen sie immer in Ruhe – ist die Muräne eine friedliche Bewohnerin, die geduldig für Fotos posiert, ganz gemusterte Haut und uralter Gesichtsausdruck.

Zackenbarsche sind die Schwergewichte des Riffs: breitschultrige, großlippige Fische, die Reviere um Felsen und Höhlen halten und Taucher mit der Gelassenheit eines Hausbesitzers mustern. Die größeren Exemplare bevorzugen die tieferen, ruhigeren Ecken – ein Grund mehr, warum der Nachmittagstauchgang auf 12–13 Meter oft die beste Begegnung des Tages liefert.

Und die seltenen Gäste? Meeresschildkröten und Rochen kreuzen unsere Tauchplätze tatsächlich – diese Küste gehört zu ihrer Welt –, aber sie sind Besucher, keine Bewohner, und wir versprechen niemals eine Sichtung. Wenn eine Schildkröte an der Gruppe vorbeisegelt, macht gerade ihr unangekündigtes Erscheinen den Moment unbezahlbar. Das ist der ehrliche Handel des Mittelmeertauchens: Die Stammgäste sind fast immer da, die Prominenz kommt unangemeldet.

Wie man unter Wasser ein guter Gast ist

Alles auf den obigen Listen überlebt, weil Taucher an dieser Küste sich über Generationen überwiegend gut benommen haben. Wir bitten jeden Gast – Anfänger wie Profi – um vier einfache Gewohnheiten, die unsere Tauchlehrer auf jedem Tauchgang vorleben.

Nichts Lebendes berühren. Fische, Oktopusse, Seeigel, bewohnte Schneckenhäuser: alles nur anschauen. Ein berührter Oktopus verliert kostbare Energie; eine gegriffene Felskante kann jemandes Dach sein. Die einzige Ausnahme auf unseren Ausflügen ist das geführte Füttern der Fische aus der Hand im Side-Unterwassermuseum – unter Anleitung Ihres Tauchlehrers, und immer so, dass die Fische zu Ihnen kommen, nie umgekehrt.

Nichts sammeln. Muscheln, Steine, „nur ein Souvenir“ – das Mobiliar des Riffs bleibt im Riff. Leere Schalen werden Wohnungen für Einsiedlerkrebse und Oktopusse; ein kahl wirkender Stein ist meist jemandes Zimmerdecke. Fotos reisen ohnehin besser – genau dafür gibt es unseren optionalen Unterwasser-Foto- und Videoservice.

Die eigene Lage beherrschen. Die häufigsten unbeabsichtigten Schäden unter Wasser entstehen nicht aus Bosheit, sondern durch Knie und Flossen. Bequem über dem Grund zu schweben ist eine Fertigkeit, die Ihr Tauchlehrer vom ersten Tauchgang auf 5–8 Metern an mit Ihnen aufbaut – und bei nur 3–4 Tauchern pro Instructor driftet niemand unbemerkt in die Kulisse.

Nur Blasen hinterlassen. Von unseren Booten geht nichts ins Meer, und was treibend gefunden wird – eine verlorene Tüte, eine alte Leine – kommt meist mit uns wieder nach oben.

Wer so taucht, wird vom Riff belohnt: Tiere, die nicht bedrängt werden, hören auf, sich zu verstecken. Bereit, die Bewohner persönlich kennenzulernen? Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Guide oder stöbern Sie durch alle fünf Bootsausflüge.

FAQ

Sehe ich bei meinem Tauchgang eine Meeresschildkröte?+

Vielleicht – und da sind wir ehrlich. Schildkröten und Rochen ziehen wirklich durch diese Gewässer, aber sie sind gelegentliche Besucher, keine Bewohner unserer Tauchplätze. Verlässlich erwarten dürfen Sie Brassenschwärme, Mönchsfische, Lippfische – und sehr oft Oktopusse, Muränen und Zackenbarsche, die das geschulte Auge Ihres Guides findet.

Sind Muränen gefährlich?+

Nicht für respektvolle Taucher. Die offene Maulhaltung, die wie eine Drohung wirkt, ist schlicht die Atmung der Muräne. Zwischenfälle passieren im Grunde nur, wenn Menschen Hände in Spalten stecken – genau deshalb ist unsere Regel einfach: schauen, fotografieren, niemals berühren.

Was hat es mit dem Fische-Füttern auf sich?+

Auf unserem Flaggschiff-Ausflug zum Side-Unterwassermuseum füttern Taucher unter Anleitung des Instructors exotische Fische aus der Hand, die sich um die versunkenen Skulpturen versammeln. Um Ihre Finger bildet sich eine Wolke aus Leben – für viele Gäste der Höhepunkt des ganzen Urlaubs.

Gibt es im Mittelmeer Korallen?+

Keine tropischen, riffbildenden – das Mittelmeer ist ein Felsriff-Meer, und wir behaupten nichts anderes. Seine Schönheit ist eine andere: außergewöhnlich klares Wasser, sonnendurchflutete Felslandschaften, Seegraswiesen, Höhlen und wirklich wilde Tiere ohne Käfig und Glas.

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