Kurz gesagt: Die Luft aus einer Tauchflasche ist komprimiert, und komprimierte Luft dehnt sich aus, sobald Sie aufsteigen und der Umgebungsdruck sinkt. Wenn Sie weiteratmen, verlässt das zusätzliche Volumen Ihre Lunge mit jedem Ausatmen ganz von selbst. Halten Sie die Luft an, hat diese sich ausdehnende Luft keinen Weg nach draußen und kann empfindliches Lungengewebe verletzen. Deshalb ist "niemals die Luft anhalten" die erste Regel jedes Briefings — und die einzige ohne Ausnahme.
Die Physik ohne Diagramm
Der Druck unter Wasser steigt schnell. An der Oberfläche liegt eine Atmosphäre auf Ihnen, auf 10 Metern sind es zwei — das Doppelte. Ihr Atemregler liefert die Luft immer mit dem Druck der aktuellen Tiefe. Ein Atemzug auf 10 Metern enthält also doppelt so viel Luft wie derselbe Atemzug an der Oberfläche, zusammengepresst auf denselben Raum.
Jetzt geht es wieder hoch. Sinkt der Druck, will diese gepresste Luft zurück in ihr ursprüngliches Volumen. Ein atmender Taucher merkt davon nichts, weil der Überschuss beim Ausatmen entweicht. Ein Taucher mit geschlossener Stimmritze trägt dagegen einen Ballon, der wachsen will, in einem Behälter, der nicht mitwächst.
Der unangenehme Teil: Die größte relative Volumenänderung passiert im flachsten Wasser. Von 10 Metern zur Oberfläche verdoppelt sich das Volumen; von 40 auf 30 Meter ändert es sich weit weniger. Deshalb gilt die Regel beim Anfängertauchgang auf 5–8 Metern genauso streng wie beim Tieftauchgang — und deshalb wiederholen wir sie auf jeder Tour, unabhängig von der Tiefe.
Warum Anfänger unabsichtlich die Luft anhalten
Der Reflex ist völlig normal. Alles, was Sie bisher im Wasser gemacht haben — schwimmen, schnorcheln, hineinspringen — belohnt das Luftanhalten. Mit Pressluftgerät kehrt sich die Anweisung um, und alte Gewohnheiten brauchen ein paar Minuten. Typische Momente:
- Das erste Abtauchen, wenn sich das Wasser über dem Kopf schließt.
- Eine Überraschung — etwas Wasser in der Maske, ein Wackler in der Tarierung, ein unerwarteter Fisch.
- Konzentration — viele Menschen halten die Luft an, wenn sie sich auf etwas konzentrieren, über wie unter Wasser.
- Den Automaten herausnehmen und nach dem Zurücksetzen kurz zögern.
Nichts davon ist gefährlich, solange man es weiß — genau dafür gibt es das Briefing.
Wie das Briefing die Regel verankert
Bevor jemand ins Wasser geht, nennt Ihr Tauchlehrer die Regel, erklärt sie in einem einfachen Satz und baut anschließend jede Fertigkeit darum herum. Sie hören eine sehr praktische Kurzfassung, die auch dann funktioniert, wenn keine Zeit zum Nachdenken bleibt: entweder Blasen machen oder einatmen. Wer Blasen aufsteigen sieht, hält garantiert nicht die Luft an.
- Beim Aufstieg: ruhig und normal weiteratmen. Ist der Automat aus irgendeinem Grund draußen, summen Sie einen durchgehenden Blasenstrom.
- Beim Maske ausblasen: Sie atmen durch den Automaten ein und durch die Nase aus — die Atmung stoppt nie.
- Beim Tarieren: niemals die Lunge als Aufzug benutzen und einen großen Atemzug halten. Kleine, gleichmäßige Züge, den Rest übernimmt der Tauchlehrer.
- Bei einem Schreck: erst ausatmen, dann Zeichen geben. Unser Leitfaden zu Tauchzeichen macht den zweiten Teil leicht.
Bei maximal 3–4 Gästen pro Tauchlehrer kann Ihr Tauchlehrer die Blasen jedes Einzelnen beobachten — ein gleichmäßiger Blasenstrom ist das deutlichste Zeichen dafür, dass ein Anfänger alles richtig macht.
Luft anhalten macht den Tauchgang auch schlechter
Abgesehen von der Sicherheit ist Luftanhalten unangenehm. Es staut Kohlendioxid an, und genau das erzeugt den Atemdrang und über einen Tauchgang hinweg dumpfe Kopfschmerzen. Es zerstört die Tarierung und lässt Sie wie ein Jo-Jo auf und ab wandern. Und es verbraucht mehr Luft als das ruhige, tiefe Atmen, das es ersetzt. Wer gelassen atmet, taucht länger, schöner und entspannter — kein Zufall.
Und beim Schnorcheln oder Apnoetauchen?
Luft anzuhalten ist völlig unbedenklich, solange man keine Pressluft geatmet hat. Ein Schnorchler nimmt an der Oberfläche einen normalen Atemzug, taucht ab, die Luft wird komprimiert und dehnt sich beim Auftauchen exakt auf den Ausgangswert zurück. Die Gefahr gehört allein zum Gerätetauchen, bei dem die Lunge in der Tiefe gefüllt wird. Wer unser Schnorchelprogramm mitmacht oder als Bootsgast mitfährt, ist davon nicht betroffen — verstehen sollte man es trotzdem.
Tauchen Sie dort, wo die Regel jedes Mal wiederholt wird
Unsere Tagestouren enthalten ein vollständiges Sicherheitsbriefing vor dem ersten Tauchgang, zwei geführte Tauchgänge, die komplette Ausrüstung, kostenlosen Hoteltransfer in beide Richtungen, Mittagessen an Bord und Versicherung — für 43 bis 50 Euro. Anfänger bleiben vormittags auf 5–8 Metern und beim zweiten Tauchgang bei höchstens rund 13 Metern, immer mit dem Tauchlehrer in Armlänge. Mehr auf unserer Seite zur Tauchsicherheit oder im Beitrag Wie sicher ist Tauchen in Side?, sehen Sie sich die Tauchtouren an und schreiben Sie uns. Kostenlos reservieren, am Tag selbst bezahlen.