Schildkröten sind hier zu Hause — keine Attraktion
An der türkischen Mittelmeerküste treten zwei Arten auf: die Unechte Karettschildkröte, der Taucher am häufigsten begegnen, und die deutlich seltenere Grüne Meeresschildkröte. Es sind Wildtiere, die hier ihr eigenes Leben führen — sie fressen über Seegras, ruhen unter Felsvorsprüngen, holen Luft an der Oberfläche und gehen wieder hinunter. Nichts daran ist inszeniert.
Begegnungen gibt es wirklich. Meist sind sie unspektakulär und genau deshalb schön: ein Tier, das gleichmäßig an der Riffkante entlangzieht, oder eines, das mit halb geschlossenen Augen unter einem Überhang liegt und die vier Menschen im Neopren schlicht ignoriert.
Was wir Ihnen nicht verkaufen, ist die Sichtung selbst. Keine Tauchbasis der Welt bestimmt, wo eine wilde Schildkröte schwimmt. In manchen Wochen sieht ein Guide mehrere, dann vergeht eine Zeit ohne eine einzige.
Buchen Sie den Alanya-Tauchtag deshalb für das, was sicher stattfindet: zwei geführte Tauchgänge über Felsriff und Höhleneingängen, komplette Ausrüstung, Mittagessen an Bord und kostenloser Hoteltransfer hin und zurück für 43 €. Eine Schildkröte ist dann das Geschenk, das sie ist.
Was Sie tun, wenn eine auftaucht
Ihr Guide bespricht das an Bord, aber nehmen Sie es bewusst mit nach unten. Eine Schildkröte, die sich verfolgt fühlt, verschwindet — und eine, die festgehalten oder abgeschnitten wird, ist in echter Not: Sie atmet Luft, der Weg nach oben ist für sie keine Option, sondern Pflicht.
- Aufhören zu flossen, still im Wasser stehen. Bewegung auf das Tier zu wirkt wie Jagd. Ruhe ist der Grund, warum es von selbst näher kommt.
- Niemals anfassen, festhalten, füttern oder sich ziehen lassen. Das Berühren zerstört die Schutzschicht auf Haut und Panzer und bedeutet massiven Stress.
- Nie zwischen Tier und freies Wasser darüber gehen. Der Weg zur Oberfläche muss frei bleiben.
- Nicht als Gruppe umzingeln. Ihr Instructor hält die Gruppe zurück, alle schauen nacheinander aus Distanz.
- Kein Hinterherjagen mit Blitz. Foto von dort, wo Sie sind — oder eben keins.
Wer sich daran hält, erlebt längere Begegnungen, weil das Tier ihn nie als Gefahr einstuft. Dieselbe Höflichkeit gilt für alles andere da unten: was an dieser Küste lebt.
Welcher unserer fünf Tage führt in Schildkrötengebiet
Wenn Sie insgeheim auf eine Schildkröte hoffen, ist der Alanya-Tag unsere Empfehlung — 43 €, acht Stunden, Abfahrt in Alanya. Der Grund dort ist genau die Mischung aus Fels, Vorsprüngen und Seegras, über die Schildkröten ziehen. Dazu kommen der Amphoren-Platz und die Höhleneingänge, sodass niemand leer nach oben kommt.
Ehrliche Alternative: Kemer, ebenfalls 43 €. Dort ist das klarste Wasser dieser Küste, und Sicht ist beim Beobachten von Tieren ein echter Vorteil — Sie erkennen Bewegung auf fünfzehn Metern statt auf fünf. Die Hauptdarsteller sind dort Rifffische, Felsformationen und häufig Oktopus.
Geht es Ihnen weniger um Zufall als um ein sicheres Erlebnis, liefert der Unterwassermuseum-Tag in Side für 45 € rund 110 versunkene Skulpturen auf etwa 12 Metern und das Füttern der Fische aus der Hand. Anfänger tauchen im ersten Tauchgang auf 5–8 m, im zweiten auf maximal etwa 13 m — immer mit dem Instructor in Armlänge. Schildkrötentiefe ist also auch Anfängertiefe.